Mein eigener Chef werden

Ich hatte einen Job, der mich trotz Höhen und Tiefen sehr glücklich gemacht hat. Ich gehörte nie zu den Menschen, die am Sonntagnachmittag schon mit bösen Gedanken an den nächsten Tag denken, die morgens mit miesen Gedanken auf dem Weg zur Arbeit sind und sich nur auf den Feierabend, das Wochenende und den Urlaub freuen.

 

Nein, ich bin gern zur Arbeit gegangen, habe meinen Job wirklich gern gemacht und bin darin aufgegangen. Selbst wenn meine Freizeit darunter litt, war ich immer mit Freude dabei. 

Dann bin ich entlassen worden. 

Am nächsten Tag bin ich zu einem Photographen gefahren, habe Bilder machen lassen und mich dann um meine nun seit über 20 Jahren in einem Ordner verstauten Bewerbungsunterlagen gekümmert.

 

Weitermachen, das war mein Plan. 

Die Realität sieht dann doch leider anders aus. Ich habe immer Berichte mit Skepsis verfolgt, die besagten, dass man mit 50 nicht mehr zur produktiven Gesellschaft gehört (auf jeden Fall für die Arbeitgeber). Ich konnte das nicht glauben. Tja, dann macht man selbst die Erfahrung und ist gar nicht mehr erstaunt, sondern entsetzt. 

Gut, vielleicht haben Arbeitgeber die Einstellung, dass Mitarbeiter dieser Altersklasse nicht mehr auf dem Laufenden sind, neue Techniken, Programme oder Verfahrensweisen nicht kennen und daher nicht in das Unternehmen passen. 

Kein Problem. Dann bilde ich mich eben weiter. Ob nun Social Media, SAP oder Projektmanagement. Ich habe mir neues Wissen angeeignet …. Jetzt eine Chance? Ja natürlich, gern nehmen Unternehmen Mitarbeiter mit so viel Erfahrung und Wissen. Es ist leider nur alles eine Frage des Preises. Wenn man hart gearbeitet hat und eine Position innehatte, die über Jahre auch gehaltlich eine Entwicklung mit sich brachte, ist man dann bereit, 15 Jahre vor der Rente noch einmal von vorn anzufangen? 

Ich war es nicht. 

Langsam keimte in mir eine Idee. Mich hat in der Zeit mal jemand gefragt: „warum machst du dich nicht selbständig?“. Ich habe in dem Gespräch nur lapidar geantwortet: „Womit? Ich kann ja nur Büro und damit kann man sich ja nicht selbständig machen.“ Nach dem Gespräch hat es ein paar Tage gedauert, bis ich an das Gesagte zurückdachte und genauer betrachtete.

Auf der Suche nach Büroberufen wurde ich fündig: die Virtuelle Assistentin.
 

Das war die Lösung. Ein Beruf, der zwar in Deutschland noch nicht ganz so bekannt ist, aber mit hohem Entwicklungspotential. Mit der Lösung kam dann auch der Weg.

 

Wie man das genau umsetzt, erkläre ich in meinem nächsten Artikel. Man darf gespannt sein.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Bettina Friedrich (Dienstag, 04 Dezember 2018 22:59)

    Und ich kann gerne bestätigen, dass es eine weise und - vor allem für mich als Kundin - gute Entscheidung war.